• Verletzte, Verleumdeten, Geächtete - Jesus ist mit Betroffenen und “Ehemaligen” . 

HP ist fuer 1024x768 pixel optimiert.

char. Sektierertum

News: 

www.verletzte-christen.de/Einen_Gruss/einen_gruss.html
www.verletzte-christen.de/Einen_Gruss/Offener_Brief/offener_brief.html

Christlicher Informationsdienst - christliches Diskussions Forum - fuer geschädigte und verletzte Christen, der charismatisch - christlichen Szene.  Argumente, Berichte und Erfahrungsberichte von Ehemaligen und Betroffenen, für Betroffene.  Impressum Mail an paulus

www.robin-hood-com.de/forum/burningbook/index.php
www.verletzte-christen.de/news
www.betroffene.verletzte-christen.de
www.sekten.verletzte-christen.de
www.gemeinden-vereine.verletzte-christen.de
www.interessengemeinschaft.verletzte-christen.de
www.gefahr-fuer-kinder.verletzte-christen.de
www.gebete.verletzte-christen.de
www.falsche-lehren.verletzte-christen.de
Herz1
www.jesus-net-people.de
www.paulus.geistlicher-missbrauch.de
www.bibel.geistlicher-missbrauch.de/
Sie sind Besucher seit dem 30.05.03. 07.08.2005 letzte Aktualisierung

 

Neuigkeiten:

Eindruck über okkulte Belastungen, führte fast zum Tod eines Mädchens! 24.04.2004

Ordnungsruf aus Rom. Kein Abendmahl mit evangelischen Christen 

Gedanken über Geld und die Christen, oder wie nett sind wir zueinander?

Philosophische Gedanken eines reniten Christen

Unsere Basis muß stimmen - Gedanken zur Basis der Kirchen

Philosophie und "Christsein"

ich_bin_ein_robin

Halt die Klappe, du verletzter Christ!

Charismatisches Sektierertum, in der schlimmsten Form

s. auch: kritische Betrachtungen einzelner Inhalte

Sekten sind eine Gefahr

Die Verbreitung der Sekten ist laut Bundesjugendministerin Claudia Nolte (CDU) auch in Deutschland in einem "gefaehrlichen Mass angewachsen". Die Sekten wuerden weitgehend im Verborgenen operieren. Man wisse "immer noch nicht genug ueber die Strukturen der einzelnen Gruppen". Die "finanzielle Schlagkraft" mancher Sekten und ihre Verbreitung im gesellschaftlichen Leben offenbar bis hin in hohe Etagen der Wirtschaft" haetten inzwischen fast die Form einer "Unterwanderung" angenommen.

Die Bundesjugendministerin gab zu, dass ihr hierzulande im Kampf gegen die Sekten "juristisch die Haende gebunden" seien, da sich diese bislang auf die im Grundgesetz verankerte Religionsfreiheit haetten berufen koennen. Nolte kuendigte nach dem Urteil des Bundesarbeitsgerichtes jedoch an, "kritisch zu pruefen, ob sich Sekten kuenftig wirklich noch auf den Schutz von Religionsgemeinschaften zurueckziehen koennen." Das Bundesarbeitsgericht hatte Mitte der Woche entschieden, dass die Scientology Church rechtlich keine Kirche sei, sondern nur ein Wirtschaftsunternehmen. Das Auftreten als Glaubensgemeinschaft sei lediglich ein Vorwand, so die Kasseler Bundesrichter. Eine besondere Gefahr fuer die Ausbreitung von Sekten sieht Nolte in den neuen Bundeslaendern. Der "Zusammenbruch des sozialistischen Weltbildes" habe "bei einem Teil der Menschen ein Vakuum hinterlassen, in dem sie fuer Heilsversprechen von Sekten besonders anfaellig" seien, meinte die Ministerin.

Aus: -Herford Extra-26-03-95-

Berufsverbot fuer Pastor"

Im Exorzistenprozess fordert Staatsanwaeltin Bewaehrungsstrafen.(von Hansjochen Ostermann) - Wegen sexueller Noetigung eines Gemeindemitglieds hat die Nuernberger Staatsanwaltschaft gegen den 41jaehrigen freikirchlichen Pastor Ekkehard Hoefig und seine 35jaehrige Frau Iris Haftstrafen von zwei Jahren auf Bewaehrung beantragt. Die Verteidigung plaedierte auf Freispruch. Dem Seelsorgerpaar und vier weiteren Gemeindemitgliedern wird in dem Prozess vor dem Schoeffengericht vorgeworfen, sie haetten im Anschluss an einen "Segnungs- und Heilungsgottesdienst" eine Frau mit Gewalt am Verlassen der Kirche gehindert. Dann haette auf Veranlassung des Pastors ohne abgeschlossenes Theologiestudium dessen Frau eine "Ganzkoerpersalbung" - einschliesslich der Geschlechtsteile - vorgenommen, um sie von ihren "Daemonen" zu befreien. Die Frau habe sich bei der gewaltsamen Daemonenaustreibung ebenso heftig gegen Hoefig und seine Mitstreiter gewehrt, wie spaeter bei einem 18stuendigen Gebetsmarathon, waehrenddessen sie am Verlassen ihrer Wohnung gehindert worden sei.

"In der Gemeinde haben sich alle darueber hinweggesetzt, dass Doris B. eine Person mit eigener Wuerde ist", sagte Staatsanwaeltin Susanne Krischker. Sie habe keinen Zweifel daran, dass die 32jaehrige zum Opfer geworden sei. Dazu habe sie zu viele scheussliche Details gewusst, die man nicht erfinden koenne. Die Haftstrafe von zwei Jahren will die Staatsanwaeltin auf Bewaehrung ausgesetzt wissen, wenn Hoefig gleichzeitig ein vierjaehriges Berufsverbot bekommt. Er habe die Taten naemlich als Pastor begangen und wenn er sich nicht aus dem Umfeld der Immanuel-Gemeinde loese, dann seien weitere Straftaten zu erwarten. Iris Hoefig soll ebenfalls eine Bewaehrungsstrafe von zwei Jahren bekommen, aber zusaetzlich 180 Stunden gemeinnuetzige Arbeit im Nuernberger Zoo leisten. Fuer die anderen Angeklagten forderte die Staatsanwaeltin mehrmonatige Haftstrafen zur Bewaehrung.

Insbesondere bei der Forderung, die mittlerweile zur "Prophetin" gesalbte Iris Hoefig solle im Tiergarten arbeiten, aeusserten ihre zahlreichen Anhaenger im Zuhoererraum laut ihren Missmut. Ihr Anwalt Axel Graemer sprach von einer "Verhoehnung". Das klinge so, als ob seine Mandantin jetzt im Zoo den Affen die Daemonen austreiben solle. Graemer spricht - wie auch sein Kollege Peter Doll fuer Ekkehard Hoefig - davon, dass alles eine Verschwoerung der grossen Kirchen, der Staatsanwaltschaft und der Presse sei: "Einige wollen, dass in der Immanuel-Gemeinde das Licht ausgeht", sagte der Anwalt. Im uebrigen forderte er - wie alle anderen Verteidiger - Freispruch, weil alles im Rahmen der grundgesetzlich garantierten Glaubens- und Bekenntnisfreiheit geschehen sei. Nach Darstellung der Verteidigung hat Doris B. die unangenehmen Prozeduren aus freien Stuecken auf sich genommen.

Aus: -Stuttgarter Zeitung-21-01-95-

Pastor Hoefig ist wieder Gemeindeleiter: http://www.immanuel-nuernberg.de/  

Pastor Hoefig (mit Fotos) Gastsprecher in anderen Gemeinden: http://www.jesus-gemeinde.de/akt_v2_rueckblick_hoefig.htm

Die Krieger des heiligen Geistes

Sie halten sich fuer Auserwaehlte im Kampf gegen das Boese und treiben Daemonen aus. Die charismatische Bewegung gewinnt innerhalb der Kirchen an Einfluss. Diese scheuen den Konflikt - auch beim Kirchentag diese Woche in Hamburg. (von Christian Krug).

Den Teufel lernte Christina B. als 13jaehrige kennen. In der Pubertaet hatte das blonde Maedchen angeblich "suendige Gedanken zugelassen" und dadurch "Mephisto Einlass gewaehrt". Jedenfalls sah es der Schulseelsorger so. Als Mitglied einer "Charismatischen Erneuerungsbewegung" in der Katholischen Kirche wusste der Mann Abhilfe.

In seiner Gemeinde lernte Christina schnell, wie man "konkret Kontakt mit Gott aufnimmt". Sie wurde gedraengt, Jesus Christus ihr "Leben zu uebergeben". Also eine wiedergeborene Christin zu werden, denn nur so gebe es Hoffnung, die "Endzeit" zu ueb erleben. "Danach war ich richtig erleichtert, den Klauen Satans entgangen zu sein", sagt Christina.

Zehn Jahre lang gehoerte sie der Bewegung an, die sie heute als Sekte bezeichnet. Das fromme Kind wurde von den erwachsenen Charismatikern zu einer "Gebetskaempferin" ausgebildet. Immer haeufiger wurde sie zum "Befreiungsdienst" eingeteilt. So nennen sie christlichen Extremisten die Daemonen-Austreibung. "Ich wurde zu einer religioesen Fanatikerin. Ueberall sah ich das Boese. Und wenn ich nachts aufwachte, habe ich sofort angefangen zu beten, weil ich dachte, Gott haette mich geweckt und braeuchte jetzt seine Soldatin."

Charismatische Gottesdienste wirken auf Besucher sehr froehlich. Es wird gesunden und getanzt, gejubelt und geklatscht, der "Pastor" oft von einer Band mit Elektrogitarren und Synthesizern flankiert. Besonders Jugendliche finden es hier unterhaltsamer als bei herkoemmlichen Kirchenveranstaltungen. Und wenn im Finale der "Heilige Geist" zum Einsatz kommt, laesst er die Glaeubigen ekstatisch zucken, juchzen und sogar bewusstlos umfallen. Dieses Phaenomen, seit 1994 auch als Toronto-Segen bekannt (STERN Nr. 19/1995: "Beten auf Teufel komm heraus") erschreckt allerdings viele, die das zum ersten Mal erleben. Deshalb gibt es nach Auskunft ehemaliger Charismatiker in vielen Gemeinden die Anweisung, die allzu Besessenen schnell aus dem Gottesdienst rauszutragen. Christina hat nach eigenen Angaben Hunderte dieser Faelle erlebt. "Die oeffentlichen Austreibungen sind noch vergleichsweise harmlos. Richtig zur Sache geht es nur im internen Kreis."

Dort komme es zuerst darauf an, die Namen der Daemonen herauszufinden, die man exorzieren wolle. Denn die tauchten immer im Pulk auf, haetten unterschiedliche Eigenschaften und Raenge. Charismatische Prediger unterscheiden zwischen dem Satan, dem "obersten General der Maechte der Finsternis" und seinen "Fuersten" sowie "Unteroffizieren". Am Fusse der hoellischen Hierarchie stuenden die "boesen Geister und Daemonen". Dass diese Maechte im stetigen Kampf mit Gott sind, ist fuer Charismatiker unstrittig.

Als vordringlichste Aufgabe sehen sie die Missionierung Unglaeubiger an. In gemieteten Stadien betreiben sie Grossevangelisation, bei der jeder Teilnehmer als Geschenk an Gott gezaehlt wird. So ist es kein Wunder, dass die Charismatiker ihre Anhaengerschaft weltweit auf 370 Millionen beziffern.

"Durch Gebete, Handauflegen und Beschwoerungen", so erzaehlt Christina, "rueckten wir den angeblichen Daemonen zu Leibe. Dabei fangen die Glaeubigen an zu zittern, fallen um, kruemmen sich, schreien und strampeln. Das war fuer uns immer ein Zeichen, dass der Daemon aus dem Koerper trat. Die Leute schlugen mit dem Kopf auf den Boden und reagierten voellig autistisch. Das war voll der Wahnsinn, was wir da getrieben haben."

Charismatiker versuchen, das Wirken ihres "Heiligen Geistes" mit "Wunderheilungen" zu belegen, die sich in ihren Gemeinden zugetragen haetten. Dem gegenueber stehen viele Aussagen von Kranken, ihnen seien falsche Heilungsversprechungen gemacht worden. Die Christliche Gemeinde Koeln ist in Verruf geraten, weil in ihr organisierte Krankenschwestern angeblich sogar unheilbar Kranke in Kliniken ueberredeten, die medizinische Behandlung abzubrechen.

Der 29jaehrige Krankenpfleger und Ex-Charismatiker Theo Matthias Herget sagte in einen Sorgerechtsprozess vor Gericht: "Ich habe von Kollegen erfahren, dass Mitglieder der Gemeinde versucht haben sollen, eine aeltere Rollstuhlfahrerin - sie war an multipler Sklerose erkrankt - im Krankenhaus zu heilen. Man hat sie aus dem Bett gezerrt und erklaert, dass sie geheilt sei." Ausserdem habe Herget beobachtet, wie bei weiteren "Heilungswuenschen zwei Personen zu Tode gekommen sind". Die Gemeinde bestreitet dies. Auch bei Teufelsaustreibungen an Kindern war Herget nach eigenen Angaben dabei. "Nach meiner Erinnerung ist das juengste der Kinder etwa vier Jahre alt gewesen."

Die Vertreibung von Daemonen ist unter Charismatikern gaengige Praxis, auch wenn Mitglieder der weltweit verbreiteten Glaubensbewegung dies immer wieder abstreiten und zu bagatellisieren versuchen. Die Buecher der einschlaegigen, meist selbsternannten Pastoren, sind voll davon. Charismatiker wollen bibeltreue Christen sein. Sie sind stolz darauf, nach Gottes Wort zu leben. Einige haben sogar einen "Adoptionsvertrag mit Gott" abgeschlossen. Viele sind allerdings nur gutglaeubige Opfer, die unbewusst zu Taetern werden. Ihre Anfuehrer reden Ihnen ein, von Gott persoenlich mit der Gabe der "Prophetie" gesalbt zu sein. Irrtum ist also ausgeschlossen, Widerspruch gegen einen Gemeindeleiter gleichbedeutend mit Gotteslaesterung, Kritik immer daemonisch.

Die Organisationsform der Charismatischen Bewegung ist fuer Laien nur schwer durchschaubar. Selbst Mitglieder haben selten den Ueberblick, wie die "Christliche Erneuerungsbewegung", wie sie sich selbst nennt, vernetzt ist. Hunderte von Organisationen haben sich in ihr zusammengeschlossen, um den wahren Worten Gottes wieder Gehoer zu verschaffen und fuer Jesus "Freiraeume" von satanischen Maechten freizubeten. Der politische Arm der Charismatiker ist die "Partei Bibeltreuer Christen".

Die Charismatische Bewegung ging aus der Pfingstbewegung hervor, die 1906 in Kalifornien ihre Anfaenge nahm und als sogenannte "Zweite Welle" 1960 nach Deutschland schwappte. Seither verbreitet sie sich in allen Konfessionen. Obwohl sich die klassischen Kirchen gegen die Unterwanderung wehren, wagen es die Kirchenleitungen nur selten, gegen die Extremisten in den eigenen Reihen das Wort zu erheben. Denn die haben meist volle Saele.

Die radikaleren Charismatiker haben sich in unabhaengigen Freikirchen organisiert, die sich durch Spenden selbst tragen. In ihnen gewinnt eine auch unter Fundamentalisten umstrittene Stroemung immer mehr Zulauf, die sich "Geistlicher Krieg" nennt. "Seit dem Suendenfall regiert Satan diese Welt", predigt Hartwig Henkel in der "Gemeinde auf dem Weg", in Berlin. "Zerstoerung, Leid, Katastrophen und Unterdrueckung gehen auf das Konto des Teufels. Quer durch die Bibel sehen wir, wie Gott die Zusammenarbeit mit Menschen braucht, um die Absichten des Teufels, der hier auf der Erde regiert, zu verhindern."

An der Spitze der "Geistlichen Kriegsfuehrung" steht der ehemalige Arzt und jetzige Leiter der "Gemeinde auf dem Weg", Wolfhard Margies. Ein Mann, der seine Prinzipien in dem Standardwerk "Befreiung" zu Papier gebracht hat. Dort beschreibt er, wo die boesen Daemonen ueberall lauern, um Gott die Erde streitig zu machen. In einer schier endlosen Reihe absurder Verteufelungen listet er als "sichtbare Auswirkungen daemonischer Kraefte" auf: Angst vor Menschen, Homosexualitaet, Depression, Esssucht, offensichtliche Naschsucht, Intellektualismus, Leistungsverweigerung, Masturbation, Epilepsie, Asthma, Neurodermitis. Der Teufel ist also immer und ueberall.

Margies Aufzaehlung gipfelt in der Feststellung: "Dazu gehoert auch die spezifische Leidensgeschichte von Frauen, die ueberzufaellig haeufig vergewaltigt oder sexuell belaestigt werden. Das ist niemals Zufall!"

Dass Frauen deshalb von Gemeindemitgliedern die "Triebgeister" wieder ausgetrieben werden muessen, ist in extremen Charismatischen Gemeinden eine gaengige Vorstellung. Erst kuerzlich ist das Pastorenehepaar Hoefig aus Nuernberg fuer eine "Vaginalsalbung" an einer sich heftig wehrenden Frau zu 22 Monaten Freiheitsstrafe auf Bewaehrung verurteilt worden. Aber anstatt den "Pastor" zur Rede zu stellen, hat der Verein "Fuerbitte fuer Deutschland" an seine "Lieben Beter" gefaxt, sie sollten fuer das Pastorenehepaar beten, damit "der Staatsanwalt und der zustaendige Richter zu angemessenen und fairen Untersuchungen zurueckkehren und Gerechtigkeit ueben oder von Gott aus ihrem Amt genommen werden".

Aehnliches ist Gabriele Steinmetz in der Wuppertaler Andreas-Murray-Gemeinde widerfahren. Als sie ihrem Gebetskreis berichtete, dass der Prediger ihr nachstelle, hiess es, sie sei verhaltensgestoert und muessen dringen in das gemeindeeigene Therapiezentrum fuer "gefallene Maedchen". Sie sei von einem "Triebgeist" besessen, der sie sexuell zuegellos mache. Spaeter wurde Gabriele Steinmetz der angebliche Daemon ausgetrieben. Als sie sich immer noch nicht einsichtig zeigte, schmiss man sie kurzerhand aus der Gemeinde. "Ich war so fertig. Am naechsten Tag habe ich versucht, mir das Leben zu nehmen."

Leider wissen viel zu wenige Sektenanhaenger, dass es Hilfe fuer Aussteiger gibt. In den Gruppen werden die Sektenbeauftragten der Laender, Staedte und Kirchen als Werkzeuge Satans verdammt. Deshalb trauen sich auch viele Mitglieder selbst in groesster seelischer Not nicht, bei ihnen um Rat zu fragen. Die meisten steigen deshalb heimlich aus, schweigen ein Leben lang ueber ihre religioese Vergangenheit. Auch, um schneller zu vergessen.

Die Theologin Uta Kroder hat selbst zwei Jahre in einer Charismatischen Gemeinschaft verbracht, deren Methoden sie als "feinsten Psychoterror" beschreibt. Heute arbeitet sie in der von jungen Frauen geleiteten Selbsthilfegruppe "Acharisma". Sie sagt: "uns wird immer vorgeworfen, wir wuerden nur Extremfaelle schildern, die es schliesslich in jeder Kirche gibt. Natuerlich machen viele Christen auch gute Erfahrungen in solchen Gemeinschaften. Einige erleben zum ersten Mal Liebe und Fuersorge."

Man gebe ihnen anfangs das Gefuehl, von Gott gebraucht zu werden und persoenlich in den Dialog mit Jesus zu treten. "das ist fuer die meisten erst mal ein tolles Erlebnis." Der Druck komme erst spaeter. Durch ihre Kontakte in die ganze Republik weiss sie jedoch, "dass zum Beispiel Daemonenaustreibungen in allen uns bekannten Charismatischen Gemeinden praktiziert werden".

Walter Krappatsch von der Selbsthilfegruppe "Artikel 4 e.V." erlebt vor allem Opfer christlicher Sekten, "die einfach kein eigenverantwortliches Leben mehr fuehren koennen. Viele haben Suizidversuche hinter sich oder brauchen stationaere Aufenthalte in Psychiatrien, um die Orientierung im Leben ausserhalb der totalitaeren Sektenstrukturen wiederzugewinnen."

Auch Christina B. brauchte lange, um sich von den Fesseln der Sekte zu befreien. "Ich habe doch ueberall nur noch Daemonen gesehen." Ein weiteres Problem wird ihr wohl noch lange zu schaffen machen: "In meinem Missionierungswahn habe ich so viele Kinder und Jugendliche reingezogen. Ich hoffe nur, dass es ihnen heute nicht so dreckig geht. Eigentlich kann ich sie nur um Vergebung bitten."

Aus: -STERN-25/95-14-06-95-

Ein religioeser Mutterersatz

* Kinder in Psychogruppen *

Sekten sind die besseren Familien, sagen die Sekten. Deshalb versuchen sie auch, das Bewusstsein der Juengsten zu kontrollieren. (Von Xaver Ringler)

Das traurigste Kapitel im Sektenwesen betrifft Kinder, Kinder jeden Alters. "Sekten suchen immer juengere Anhaenger", beschreibt die Stuttgarter Kultgruppenforscherin Helga Lerchenmueller einen neuen Trend. "Die Werber kommen jetzt schon als Puppen- und Teddybaerenvertreter getarnt in Kindergaerten."

Der Trick: Die angeblichen Vertreter organisieren Kinderpartys und Gespraechsabende ueber Erziehungsfragen. Dann flattert den Eltern Post ins Haus. Inhalt: Das Kind sei ueberaktiv, brauche psychologische Hilfe. Die Sektenforscherin: Absender ist die Kommission fuer Verstoesse der Psychiatrie gegen Menschenrechte - eine bekannte Tarnorganisation der Scientology-Sekte."

Das allertraurigste Kapitel betrifft jene Kinder, die in Kulte und totalitaere Gruppen hineingeboren wurden. Die frueheren "Jugendsekten" befinden sich in der zweiten Generation. Die sorgt zunehmend fuer sozialpolitische Spannungen: Sektenkinder aus der Elterngeneration der siebziger Jahre werden erwachsen. Ihre Zahl nimmt zu. Vor allem die Kinder Gottes (heute: Die Familie), Scientology, Ananda Marga, Hare Krishna und Transzendentale Meditation (TM) sind immer staerker mit dem Problem der wachsenden Kinderschar konfrontiert. Deren Betreuung kostet mehr Zeit, Energie und Geld, als den Sektenoldies bei all ihrem sonstigen Engagement bleibt. Aber auch Staat und Gesellschaft duerfte das Problem der "zweiten Generation" schon in naher Zukunft auf den Naegeln brennen. "Trotz Bewusstseinskontrolle springen Sektenanhaenger, die in einem Kult aufgewachsen sind, als Erwachsene haeufiger ab, als man auf Grund der umfassenden Indoktrination erwarten wuerde"; schreibt Hugo Stamm in seinem Buch "Sekten - Im Bann von Sucht und Macht".

Denn Heilslehre und Leben in der Sekte sind fuer sie Alltag, die "normale" Realitaet. Die Faszination ist wesentlich geringer als bei Leuten, die aus der angestammten Welt in eine totalitaere Gruppe gefluechtet sind. Die Versuchung, an der verbotenen Frucht der "boesen Umwelt" zu naschen, ist fuer viele gross. Falls sie aber den Ausstieg schaffen sollten, laufen sie Gefahr, sozial und psychisch auffaellig zu werden. Jahrzehntelang lebten die Sektierer in einem geschlossenen sozialen System. Nun sind sie auf sich selbst gestellt. Was tun mit den heimatlos gewordenen Nachkoemmlingen der Sektenoldies ?

Wie draengend das Problem wird, zeigt die hohe Mitgliederzahl der vielen bundesdeutschen Sekten, unter denen es zahlreiche, in den vergangenen Jahrzehnten entstandene "neureligioese Kulte" gibt. Schaetzungen des Bundesverbandes Deutscher Psychologen zufolge sind es ueber zwei Millionen Menschen - Tendenz steigend. So hoch ist die Zahl der Mitglieder von religioesen Gruppierungen, die theologische Absolutheitsansprueche aeussern, also unter Einschluss der Neuapostolischen Kirche. Allein die Zeugen Jehovas konnten die Zahl ihrer aktiven Propheten seit 1975 auf 166.500 mehr als verdoppeln, davon 35.000 in den neuen Bundeslaendern.

Aus: -Das Sonntagsblatt-Hamburg-03-02-95- 

[Für Betroffene] [Warnung] [char. Sektierertum] [Für Euch] [Betroffene berichten] [Bibiblische Seelsorge] [Therapien] [Warnung vor Internetforen]